Gartenhaus Dach abdichten: Unsere Sanierung mit EPDM

Fertig mit EPDM abgedichtetes Gartenhausdach

Unser Gartenhausdach war nach nicht einmal einem Jahr undicht. Bei einem kräftigen Regenschauer im August 2026 tropfte plötzlich Wasser ins Innere – und zwar deutlich mehr, als ich erwartet hätte.

Ausgangspunkt war unser Gartenhaus Amsterdam 3, das wir im September 2025 aufgebaut hatten. Nachdem ich die Ursache gefunden hatte, stand für mich schnell fest: Die alte Dachpappe wollte ich nicht einfach durch eine weitere Lage ersetzen. Ich wollte das Gartenhaus Dach abdichten, diesmal anders und habe mich deshalb für EPDM entschieden.

In diesem Artikel zeige ich, wie ich unser Gartenhausdach saniert habe, warum ich mich gegen eine neue Lage Dachpappe und gegen Trapezblech entschieden habe und welche Erfahrung ich beim Verkleben der EPDM-Folie gemacht habe.

Alte Dachpappe am Gartenhaus mit Nagellöchern und Riss am Rand
Alte Dachpappe mit Nagellöchern und Riss

Unser Gartenhaus und das ursprüngliche Dach

Unser Gartenhaus Amsterdam 3 hat ein durchgehendes Pultdach. Die Dachfläche ist etwa 312 cm tief und rund 7 m lang.

Das Dach war ursprünglich mit vier Bahnen Dachpappe gedeckt. Die Bahnen waren jeweils ungefähr 7 m lang und 1 m breit und wurden mit Überlappungen verlegt.

Die erste Bahn lag an der hinteren Traufe und wurde von links nach rechts verlegt. Die zweite Bahn kam mit ungefähr 10 cm Überlappung darüber. Die dritte Bahn wurde wieder von der anderen Seite verlegt. An der vorderen beziehungsweise oberen Dachkante lag schließlich die vierte Bahn.

Befestigt wurde die Dachpappe mit Nägeln. An den Dachrändern kamen zusätzlich verschraubte Holzleisten zum Einsatz.

Trauf- oder Ortgangbleche waren bei unserem ursprünglichen Dach nicht vorhanden.

Plötzlich mussten wir unser Gartenhaus Dach abdichten

Im August 2026 kam bei einem kräftigen Regenschauer Wasser ins Gartenhaus.

Ich hatte Glück, dass ich zu diesem Zeitpunkt selbst gerade im Gartenhaus gearbeitet habe. Sonst wäre mir vermutlich gar nicht sofort aufgefallen, wie viel Wasser tatsächlich eingedrungen war.

Unter dem Bereich des dritten Dachbalkens stellte ich einen Eimer auf. Nach dem Regenschauer waren darin ungefähr 5 Liter Wasser.

Die undichte Stelle lag im seitlichen Bereich genau zwischen der Überlappung der ersten und zweiten Dachbahn.

Bei der anschließenden Kontrolle habe ich mir die alte Dachpappe genauer angesehen.

Montage des Traufblechs am Gartenhausdach mit zurückgeklappter Dachpappe
Traufblech am Gartenhaus montieren

Was unter der alten Dachpappe zum Vorschein kam

Von außen waren zunächst keine großen Löcher oder offensichtlichen Risse zu erkennen. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich allerdings, dass die Dachpappe bereits deutlich sandete.

An den Rändern waren außerdem Nagellöcher und Beschädigungen zu sehen.

Unter der Dachpappe waren dunkle Verfärbungen am Holz sichtbar.

Wasserverfärbungen am Holz unter der alten Dachpappe des Gartenhauses
Deutliche Wasserverfärbungen am Holz unter der alten Dachpappe

Das Holz war an diesen Stellen zwar verfärbt, machte auf mich aber keinen Eindruck, als wäre es strukturell beschädigt oder verfault.

Warum ich die Dachpappe nicht einfach erneuert habe

Meine erste Idee war tatsächlich, einfach eine weitere Lage Dachpappe auf die vorhandene Dachdeckung zu legen.

Beim genaueren Hinsehen habe ich diese Lösung aber verworfen.

Die vorhandene Dachpappe sandete bereits stark. Eine neue Lage hätte wieder befestigt werden müssen. Damit hätte ich im Grunde die gleiche Art der Befestigung wiederholt, durch die unser Dach bereits nach relativ kurzer Zeit undicht geworden war.

Eine Möglichkeit wäre gewesen, die neue Dachpappe großflächig zu verkleben. Damit hätte ich allerdings mit Bitumenkleber arbeiten müssen. Das wollte ich für dieses Projekt nicht.

Auch Bitumenschindeln, die wir für das Spielturm Dach abdichten verwendet hatten, kamen für mich nicht infrage, weil mir unser Dach dafür zu flach erschien.

Trapezblech war ebenfalls eine Überlegung

Als weitere Möglichkeit hatte ich ein Trapezblechdach im Kopf.

Preislich wäre diese Lösung ungefähr in einer ähnlichen Größenordnung gewesen. Zusätzlich wären auch hier passende Randbleche notwendig gewesen.

Für uns war aber etwas anderes entscheidend: Das Gartenhaus steht direkt vor dem Schlafzimmerfenster.

Bei starkem Regen wollten wir definitiv kein lautes Metalldach direkt vor dem Schlafzimmer haben.

Damit war EPDM für mich die interessanteste Lösung.

Warum ich mich für EPDM entschieden habe

EPDM steht für Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk. Dabei handelt es sich um einen synthetischen Kautschuk, der unter anderem für Dachabdichtungen eingesetzt wird.

Für mich war vor allem interessant, dass ich damit eine durchgehende Dachabdichtung herstellen konnte, ohne die neue Abdichtung wieder mit zahlreichen Nägeln durchdringen zu müssen.

Ich habe mich für die HSS EasyStick EPDM-Dachfolie entschieden.

HSS EasyStick EPDM-Dachfolie

Diese EPDM-Dachfolie habe ich für die Sanierung unseres Gartenhausdachs selbst verwendet. Ich habe zwei 15-m-Rollen verarbeitet und damit unser rund 7 m langes Pultdach neu abgedichtet.

Mein Eindruck: Die Klebekraft ist enorm. Beim ersten Versuch musste ich meine Verarbeitungstechnik erst anpassen. Mit der Abrolltechnik ließ sich die Folie anschließend deutlich kontrollierter verarbeiten.

Tag 1: Trauf- und Ortgangbleche montieren

Mit der eigentlichen EPDM-Verlegung habe ich nicht sofort begonnen.

Zunächst musste ich die Dachränder vorbereiten.

Dafür habe ich die vorhandene Dachpappe an den Rändern gelöst und zurückgeklappt. Anschließend konnten die Traufbleche montiert werden.

Ich habe die Bleche mit Schrauben in ungefähr 20-cm-Abständen am Holz befestigt. Zwischen den einzelnen Blechen habe ich mindestens 10 cm Überlappung gelassen.

Danach kamen die Ortgangbleche an die Seiten.

Die vordere Ecke des Ortgangblechs

An der vorderen Ecke musste das Blech entsprechend angepasst werden.

Ich habe die Ecke markiert, eingeschnitten und rechtwinklig abgekantet.

Rechtwinklig abgekantetes Ortgangblech an der vorderen Ecke des Gartenhauses
Rechtwinklig abgekantetes Ortgangblech an der vorderen Ecke des Gartenhauses

Da die Dachfläche aus 16-mm-Nut-und-Feder-Brettern besteht, habe ich sehr kurze Schrauben verwendet und dafür entsprechend mehr Schrauben gesetzt.

Am Ende waren die Dachränder rundum vorbereitet.

Freigelegte Dachfläche des Gartenhauses mit montiertem Trauf- und Ortgangblech
Freigelegte Dachfläche mit montierten Trauf- und Ortgangblechen

Dann kam der Sturm

Eigentlich wollte ich am Montag nach der Arbeit mit der eigentlichen Sanierung weitermachen.

In der Nacht von Freitag auf Samstag kam allerdings ein kräftiger Sturm.

Dabei wurde die vordere Bahn der alten Dachpappe vom Dach geweht.

Die Entscheidung, die alte Dachpappe vollständig zu entfernen, war zu diesem Zeitpunkt allerdings ohnehin bereits gefallen. Die alte Oberfläche war weiterhin stark sandig und ich wollte nicht riskieren, dass die EPDM-Folie darauf später nicht zuverlässig klebt.

Alte Dachpappe vollständig entfernen

Am Sonntag habe ich deshalb zunächst die komplette alte Dachpappe entfernt.

Dafür habe ich die Bahnen zusammengerollt und die Nägel mit einer Zange herausgezogen.

Entfernte alte Dachpappe des Gartenhauses auf dem Rasen
Alte Dachpappe nach der Demontage

Die Dachkonstruktion war begehbar, sodass ich die Arbeiten problemlos alleine durchführen konnte.

Nach ungefähr zwei Stunden war die alte Dachdeckung vollständig entfernt.

Die Dachfläche selbst sah erfreulich gut aus. Ich habe das Holz gründlich abgekehrt. Schleifen oder größere Reparaturen waren aus meiner Sicht nicht notwendig.

Die dunklen Wasserverfärbungen waren weiterhin sichtbar, aber ich konnte keine offensichtlichen Schäden an der Holzkonstruktion feststellen.

EPDM auf dem Gartenhausdach verlegen

Für die neue Abdichtung habe ich zwei 15-m-Rollen HSS EasyStick verwendet.

Das Dach wurde mit vier Bahnen von jeweils 1 m Breite und 7 m Länge belegt.

Die erste Bahn begann an der hinteren Traufe.

EPDM-Dachfolie vor dem Verkleben auf Traufblech und Ortgangblech
EPDM-Dachfolie vor dem Verkleben auf Traufblech und Ortgangblech

Die zweite und dritte Bahn habe ich jeweils mit bewusst großzügigen 20 cm Überlappung verlegt.

Ich habe die Dachfläche vorher ausgemessen und wollte die Bahnen gleichmäßig verteilen.

Die vierte Bahn begann an der vorderen beziehungsweise oberen Dachkante. Die verbleibende Breite bildete die Überlappung zur dritten Bahn.

Mein erster Versuch mit der Schutzfolie

Hier habe ich zunächst einen Fehler gemacht.

Ich hatte die Folie ausgelegt und versucht, die Schutzfolie von unten abzuziehen.

Das hat überhaupt nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Sobald die Schutzfolie entfernt war, klebte die EPDM-Folie praktisch überall. An mir, an der Schutzfolie und teilweise auch schon an der Holzfläche.

Nach ungefähr 20 cm musste ich die Folie mit ordentlich Kraft wieder lösen. Dabei entstanden Falten.

Danach habe ich meine Vorgehensweise geändert.

Mit der Abrolltechnik wurde es deutlich einfacher

Ich habe zunächst den Anfang der Bahn sauber verklebt und anschließend immer nur ungefähr 10 cm weitergearbeitet.

Dabei habe ich die Schutzfolie Stück für Stück unter der EPDM-Bahn weggerollt. Wichtig war für mich, dass die schwarze Seite der Schutzfolie zur Klebefläche zeigte.

So konnte ich die EPDM-Folie kontrolliert auflegen, jeweils etwa 10 cm verkleben und anschließend den nächsten Abschnitt vorbereiten.

Diese Methode hat für mich deutlich besser funktioniert.

Ich habe die Bahnen also nicht komplett ausgerollt und anschließend versucht, sie über die gesamte Dachfläche zu positionieren. Stattdessen habe ich mich Schritt für Schritt über die gesamten 7 m vorgearbeitet.

Erste EPDM-Bahn auf dem Gartenhausdach verklebt mit sichtbaren Falten
Die erste EPDM-Bahn ist teilweise verklebt; im hinteren Bereich sind noch Falten vom ersten Verarbeitungsversuch sichtbar

20 cm Überlappung zwischen den EPDM-Bahnen

Bei der zweiten Bahn habe ich besonders darauf geachtet, dass die Überlappung möglichst gleichmäßig bleibt.

Am Anfang habe ich die Bahn ausgerichtet und mit einem Meterstab die gewünschten 20 cm kontrolliert.

Anschließend wurde die Bahn Stück für Stück weiter ausgerollt. Dabei habe ich immer wieder kontrolliert, ob die Überlappung auch auf der anderen Seite noch ungefähr 20 cm beträgt.

20 cm Überlappung zwischen zwei EPDM-Bahnen beim Gartenhaus Dach abdichten
Die zweite EPDM-Bahn wird mit einer Überlappung von 20 cm zur ersten Bahn verlegt

Die dritte Bahn habe ich nach demselben Prinzip verarbeitet.

Bei der vierten Bahn bin ich von der vorderen beziehungsweise oberen Dachkante aus gestartet. Die verbleibende Breite der Bahn wurde zur Überlappung mit der dritten Bahn.

Vier EPDM-Bahnen auf dem Gartenhausdach mit 20 cm Überlappung
Die vier EPDM-Bahnen sind verlegt; vorne beginnt die vierte Bahn mit ihrer Überlappung zur dritten Bahn

EPDM an den Dachrändern verkleben

Die EPDM-Folie habe ich nicht nur auf der Holzfläche verklebt.

An der Traufe wurde sie über den Randbereich mit dem montierten Traufblech verklebt. Die Schraubenköpfe liegen damit ebenfalls unter der EPDM-Folie.

An den Ortgangblechen habe ich die Folie über die waagerechte Fläche geführt und, soweit es die vorhandene Konstruktion zuließ, noch einige Zentimeter an der inneren Aufkantung nach oben verklebt.

Von unten ist dieser Bereich später nicht mehr sichtbar.

Für mich war dabei wichtig, dass das Wasser möglichst nicht seitlich unter die Folie gelangen kann, sondern in Richtung Traufe abläuft. Das beschreibt allerdings ausschließlich unsere Ausführung und ist keine allgemeingültige Vorgabe für jede Dachkonstruktion.

EPDM mit einem weichen Besen andrücken

Nach jeder Bahn habe ich die gesamte Fläche noch einmal mit einem weichen Besen angedrückt.

Besonders wichtig war mir dabei der Bereich der Überlappungen.

So konnte ich die Folie noch einmal über die komplette Fläche fest anpressen.

Überstehende EPDM-Folie habe ich anschließend mit einer Schere zugeschnitten.

Vorsicht bei direkter Sonne

Die Arbeiten fanden bei trockenem, windstillem und sonnigem Wetter statt.

Das war grundsätzlich angenehm – bis die Sonne am Nachmittag direkt auf die schwarze EPDM-Folie schien.

Bei ungefähr 20 °C Lufttemperatur wurde das Material durch die direkte Sonne erstaunlich schnell sehr warm. Für mich wurde die Verarbeitung dadurch deutlich unangenehmer.

Aus dieser Erfahrung heraus würde ich die Folie möglichst nicht in der prallen Mittagssonne verkleben.

Wie lange hat die Dachsanierung gedauert?

Die Arbeiten haben sich auf zwei Tage verteilt.

Tag 1:
Montage der Trauf- und Ortgangbleche inklusive Vorbereitung der Dachränder: etwa 4 Stunden.

Tag 2:
Entfernen der alten Dachpappe: etwa 2 Stunden.

Verkleben der vier EPDM-Bahnen: etwa 4 Stunden.

Die eigentliche EPDM-Verarbeitung habe ich komplett alleine gemacht.

Unsere Materialkosten

MaterialMengeKosten
HSS EasyStick EPDM-Dachfolie, 15 m2 Rollen480 €
Ortgangbleche, 2 m7 Stück91 €
Traufbleche, 2 m4 Stück40 €
Schraubenca. 5 €
Gesamtca. 616 €

Das Ergebnis

Seit der Sanierung ist unser Gartenhausdach komplett dicht.

Das war natürlich das wichtigste Ziel.

Besonders wichtig war für mich, dass ich nicht wieder eine Lösung wollte, bei der zahlreiche Nägel durch die neue Dachabdichtung gehen.

Mit der EPDM-Folie haben wir jetzt eine durchgehende Abdichtung auf der gesamten Dachfläche.

Fertig mit EPDM abgedichtetes Gartenhausdach
Das fertig mit EPDM abgedichtete Dach des Gartenhauses

Die größte Überraschung während der Arbeiten war für mich eindeutig die Klebekraft der EasyStick-Folie. Beim ersten Versuch hatte ich das Material völlig unterschätzt.

Nachdem ich auf die Abrolltechnik gewechselt hatte, wurde die Verarbeitung aber wesentlich kontrollierter.

Würde ich das Gartenhausdach wieder mit EPDM abdichten?

Ja.

Wenn ich heute noch einmal vor der Entscheidung stehen würde, würde ich direkt EPDM nehmen.

Unsere ursprüngliche Dachpappe hat bei unserem Gartenhaus nicht so funktioniert, wie wir es uns gewünscht hätten. Persönlich finde ich deshalb, dass die ursprüngliche Dachlösung besser hätte ausgeführt beziehungsweise vom Hersteller anders angeboten werden können.

Für uns war EPDM am Ende die passendere Lösung. Vor allem mussten wir damit kein Metalldach direkt vor dem Schlafzimmerfenster anbringen.

Jetzt hoffen wir, dass für viele Jahre Ruhe ist und unser Gartenhaus zuverlässig vor Nässe geschützt bleibt.

Unser Fazit

Die Sanierung war aufwendiger, als einfach eine weitere Lage Dachpappe aufzubringen. Dafür habe ich die alte Dachdeckung vollständig entfernt und die Dachränder neu vorbereitet.

Die größte Herausforderung war für mich zunächst die enorme Klebekraft der EPDM-Folie. Nachdem ich die Verarbeitung auf die Abrolltechnik umgestellt hatte, ließ sich die Folie deutlich kontrollierter verarbeiten.

Für unser Gartenhaus war die EPDM-Lösung deshalb die richtige Entscheidung. Ich würde das Dach heute wieder auf diese Weise sanieren.

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